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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 22.10.2019

Haftung für Bissverletzungen durch freilaufenden Hund

Das Oberlandesgericht Karlsruhe entschied, dass ein Hundehalter wegen einer Bissverletzung am Kopf durch einen freilaufenden Hund Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen kann, auch wenn nicht feststellbar ist, ob er im Rahmen des Gerangels zwischen beiden Hunden von seinem eigenen Hund oder dem freilaufenden Hund gebissen wurde (Az. 7 U 86/18).

Im Streitfall war der freiberuflich tätige Kläger mit seinem angeleinten Hund, einer Bulldogge, spazieren. Die beklagte Hundehalterin wollte ihren Hund, einen Terrier, ebenfalls ausführen. Als sie den Kofferraum öffnete, sprang der Terrier nicht angeleint aus dem Fahrzeug und lief auf den Kläger und dessen Hund zu. Im Verlauf des „Gemenges“ kam der Kläger zu Fall und wurde im Gesicht gebissen. Die Bisswunde am Ohr musste genäht, die Wunde unterhalb des Auges ärztlich versorgt werden. Durch die Verletzungen war der Kläger fünf Tage arbeitsunfähig und trug eine Narbe davon.

Das OLG Karlsruhe entschied zugunsten des klagenden Hundehalters. Es komme nicht auf die Frage an, welcher Hund den Kläger gebissen hat. Nach Auffassung des Gerichts hat der Terrier der Beklagten die Verletzung des Klägers jedenfalls verursacht, indem er auf den Kläger und dessen Hund knurrend und bellend zugestürmt ist und mit dem Hund des Klägers, den der Terrier nach Angaben seiner Halterin „nicht mochte“, eine Rauferei begonnen hat. Der Beklagten sei in diesem Fall vorzuwerfen, dass ihr die Aggressivität ihres Hundes bekannt gewesen sei, da dieser wenige Wochen vor dem Ereignis einen anderen Terrier angegriffen und dessen Halterin in die Hand gebissen hatte. Sie hafte für den vollen Schaden, der dem Kläger entstanden sei. Das Gericht sprach dem Kläger ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro und Ersatz für Verdienstausfall in Höhe von 3.100 Euro zu.

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